Das Dorf Monopole

Auf dieser Karte finden Sie die Schule in Monopole in Äthiopien.

 

Dorf

Allgemein

Das Dorf Monopole liegt im Distrikt Nuraera, etwa 180 km östlich von Addis Abeba. Die Menschen in Monopole leben in Strohhütten und Lehmhäuser. Die meisten Menschen sind staatlich angestellte Landarbeiter, die auf den regierungseigenen Orangen- und Baumwollplantagen arbeiten. Die Familien bezahlen für ihre Wohnungen keine Miete, viele der Arbeiter sind jedoch nur als Tagelöhner mit einem Tageslohn von wenigen Birr angestellt. Der Bedarf an Nahrung, Kleidung und sonstigem wird auf dem Markt gedeckt. Die Währung in Äthiopien ist der Birr (25 Birr = 1 Euro, Stand Oktober 2013), wobei die Inflation enorm hoch ist. Auch der Wechselkurs zeigt, dass der Birr aussenwirtschaftlich sehr an Wert verliert. Als das Schulprojekt in 2007 anfing bekam man für 1 Euro nur ca. 12 Birr. Der Lohn eines Tagelöhners liegt derzeit bei ca 10 bis 20 Birr pro Tag, für eine qualifizierten Arbeit bei ca. 70 bis 110 Birr. Dies bezieht sich auf die Projektregion.

 

Die Familie

Eine Familie im Dorf hat durchschnittlich 4 bis 6 Kinder. Die Familienstruktur ist der unsrigen ähnlich, eine Familie besteht also in der Regel aus Vater, Mutter und den Kindern. In der Regel arbeitet der Vater tagsüber auf der Plantage, während die Mutter für den Haushalt sorgt. Die Aufgabe der Kinder ist es, im Haushalt mitzuhelfen. Während die jüngeren Kinder noch viel mit Wasser, Sand und Boden als Spielmaterial zufrieden sind, spielen die älteren Kinder gerne Fußball mit zusammengenähten Kleiderbällen. Einen großen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gibt es nicht.

Im Dorf

Die Versorgung

Die meisten Menschen im Dorf haben nicht genug zu essen, Mahlzeiten gibt es nur zweimal täglich. Hauptnahrungsmittel sind Mais, Mehl, Milch und Gemüse. Die Wasserversorgung erfolgt aus dem etwa 2 km entfernten Fluss, welcher jedoch stark verschmutzt ist. Eine Folge des schlechten Wassers sind viele Krankheiten. Brennholz zum Kochen gibt es im Dorf genügend, jedoch ist nicht jeder Haushalt an das Stromnetz angeschlossen. Elektrizität gibt es nur für die Kirche und die Häuser der fest angestellen Regierungsarbeiter. Der normale Tagelöhner ist also abends auf Kerzen und Petroleum-Lampen angewiesen.

 

Die Umwelt

Äthiopien hat nur eine jährliche Regenzeit (Juli bis August). Die durchschnittlichen Temperaturen in Monopole liegen während der Regenzeit um 15 °C. Während der Trockenzeit, welche den Rest des Jahres einnimmt, steigen die Temperaturen auf 28 °C und höher. Klimatisch wird diese Region als Steppe bis Halbwüste eingestuft. Die häufigsten Tiere sind Esel, Ziegen, Pferde und Kamele. Eine Bedrohung durch wilde Tiere gibt es nicht, auch Moskitos gibt es hier - zumindest während der Trockenzeit - relativ wenige. Das größte klimatische Problem liegt in der zeitweise sehr hohen Temperatur. Viele Menschen befürchten, dass der Fluss nach einer langanhaltenden Dürreperiode austrocknen könnte.

 

Die medizinische Versorgung

In Monopole gibt es zwar eine Klinik, jedoch nur für die fest angestellten Regierungsarbeiter. Die restlichen Dorfbewohner erwarten ihre Hilfe von Gott durch Gebet. Die Krankheiten im Dorf sind zahlreich, z.B.:

1. Pilzerkrankungen

2. Durchfall wegen schlechter Wasserqualität

3. Typhus

4. Malaria

Besondere Kinderkrankheiten gibt es nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 46 Jahren.

 

Die Religionen

Die vorherrschenden Religionen sind:

1. Islam

2. Orthodoxe Kirche

3.  Christen

4. Animisten

Zum Schulbesuch werden Kinder jeder Religionszugehörigkeit zugelassen. Trotz unterschiedlicher Religionen würden die Kinder in dieselbe Klasse gehen. Als Lehrer werden allerdings ausschließlich überzeugte Christen eingestellt. In Monopole selbst gibt es zwar viele Christen, aber keine Lehrer. Somit kommen die meisten Lehrer aus der nächstgelegenen Stadt, Nazret.

 

Die Schule

Ein großes Problem in Monopole ist der Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten. Monopole ist ein Dorf, welches aus 13 Camps besteht. Im ganzen Dorf haben etwa 3400 Kinder keine Möglichkeit zum Besuch einer Schule. Zwar gibt es im Dorf bereits einen Kindergarten und vier Schulen von Klasse 1 bis 8, jedoch fehlen Transportmöglichkeiten und zum Laufen sind die Schulen für viele Kinder zu weit entfernt. Zudem müssen die staatlichen Schulen bezahlt werden, was sich nur wenige Familien leisten können. Da jede Klasse aus 40 bis 50 Schülern besteht, werden insgesamt etwa 16 Lehrer benötigt. Die Lehrer kommen zum Teil aus Nazret (eine 100 km entfernte größere Stadt), wo es staatliche und private Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrer und Kindergärtner gibt. Unter den Dorfbewohnern können die meisten Erwachsenen lesen und schreiben, da sie aus anderen Dörfern nach Monopole gezogen sind, um auf den Plantagen zu arbeiten. Die Kinder selbst sehnen sich danach, in die Schule zu gehen und auch lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Die Menschen im Dorf sind sich sicher: Wenn sie Bildung hätten, würde sich einiges verändern.

Markt im Dorf